Kritisch mitdenken und entschieden mitgestalten – für eine Kirche der Zukunft Austausch-Treffen zum Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“ in Ulm
Mehr Zeit für die Bildung der neuen Pfarreien war eine Forderung beim Austausch zum diözesanen Projekt „Seelsorge in neuen Strukturen“. Dazu waren am vergangenen Samstag (17.1.2026) über 50 hauptberuflich und ehrenamtlich Engagierte aus allen Regionen der Diözese Rottenburg-Stuttgart in Ulm-Söflingen zusammengekommen. In der Kritik stand auch die Kommunikation der Diözese. Hier erwarteten die mehrheitlich aus Kirchengemeinden kommenden Teilnehmenden mehr Transparenz und Dialog.
Das Austausch-Treffen war auf Initiative einiger Priester zustande gekommen, die neu in den zukünftigen Priesterrat gewählt wurden. Deutlich wurde bei der Begegnung, dass der Informationsstand zu den Gründen und den Konsequenzen der anstehenden Strukturveränderungen sehr unterschiedlich war. In diesem Jahr sollen sich die über 1000 Kirchengemeinden im Bistum zu 50 bis 80 neuen Pfarreien
zusammenfinden. Der Diözesanrat hatte dafür Ende November vergangenen Jahres die Weichen gestellt. Für eine verantwortliche Entscheidung fehlten aber wichtige Informationen zur Ausgestaltung der so genannten neuen Raumschaften, so die Meinung etlicher Teilnehmenden. So stand der geplante Umgang mit dem Vermögen der derzeitigen Kirchengemeinden deutlich in der Kritik. Baldige Klarheit wünschten sich die Engagierten auch über die konkrete Gestaltung der so genannten gemeindlichen Kirchorte, also der derzeitigen Gemeinden, die durch Union in den neuen Raumschaften aufgehen werden. Hier ging es vor allem um die Frage, welche Legitimation und Kompetenz mögliche Ortsausschüsse haben. In diesem Kontext wurde auch die Gründung von Vereinen zur Aufrechterhaltung einer Präsenz und Eigenständigkeit vor Ort diskutiert. Der Einsatz des hauptberuflichen Personals, die Rolle des Verwaltungsbeauftragten und die Frage der Leitung der zukünftigen Großpfarreien wurden ebenso rege beraten. Bemängelt wurde, dass im aktuellen Prozess eine pastoraltheologische Diskussion fehle und die Reformthemen wie die Freistellung des Zölibats oder der Zugang von Frauen zum Amt außen vor blieben.
Einmütigkeit bestand bei den Teilnehmenden des Austausch-Treffens, dass im Blick auf die gesellschaftlichen Veränderungen und den Rückgang finanzieller und personeller Ressourcen Handlungsbedarf bestehe. Deutlich wurde auch, dass sie sich engagiert und mit kreativen Ideen in den aktuellen Prozess der Diözese einbringen werden.
Die Ergebnisse sind in diesem PDF-Dokument zusammengefasst.
Kontakt:
Pfarrer Klaus Kempter
klaus.kempter@drs.de
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