Bewegung Maria 2.0

Die Bewegung Maria 2.0 tritt für Reformen in der katholischen Kirche ein. Sie ist eine bundesweit vernetzte Graswurzelbewegung. Zahlreiche Maria-2.0-Gruppen in verschiedenen Orten machen seit Mai 2019 immer wieder mit unterschiedlichen Aktionen in Kirchengemeinden, Bistümern und häufig auch bundesweit gemeinsam auf ihre Forderungen aufmerksam.
Auch Frauen aus unseren vier Böblinger Kirchengemeinden unterstützen Maria 2.0 und gestalten Aktionen aktiv mit.

Maria 2.0 bleibt dran

Nach dem „Thesenanschlag“ vom 21.02.2021 in den vier katholischen Kirchen in Böblingen haben die Frauen der Reformbewegung „Maria-2.0“ am 16. und 17. Oktober die vier Gottesdienste in den Kirchen gestaltet und jeweils in der Predigt ihre Anliegen deutlich gemacht: Frauen sind weltweit in benachteiligten Situationen und häufig körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt, in der katholischen Kirche sind sie auch rechtlich Menschen zweiter Klasse.  Sie sind von den drei wesentlichen Ämtern (Diakon, Priester, Bischof) ausgeschlossen und damit von sämtlichen grundlegenden Beschlüssen der Rechtssetzung oder der verbindlichen Glaubensinhalte. Die biblischen Texte der Leseordnung für diesen Sonntag passten da bestens. Der Prophet Jesaja: „Der bzw. die Geschlagene lässt Gottes Plan gelingen.“ Der Evangelist Markus: „Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und ihre Großen ihre Macht gegen sie gebrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein.“ Die Frauen können – so sehen es die Frauen von Maria 2.0 – die Finger in die Wunden legen (geistlicher und sexueller Missbrauch, lebensfeindliche Hierarchien, Ungleichheit und Ungerechtigkeit etc.) und mit ihren Gaben eine Kirche der Zukunft in der Nachfolge Jesu voranbringen. In St. Klemens war der Gottesdienst zudem ökumenisch gestaltet, von evangelischer Seite gab es Unterstützung  für die Anliegen der Frauen – die Schwesterkirche hat schon seit über 50 Jahren Pfarrerinnen, eine echte Gleichstellung mussten sie sich allerdings auch erkämpfen. Die Frauen haben in den 4 Gottesdiensten spontanen Applaus und viel Zustimmung bekommen, das bestärkt sie in ihrem Engagement für Reformen in der katholischen Kirche.

Die Predigt aus den Gottesdiensten zum Nachlesen.

Brief an Bischof Dr. Gebhard Fürst

Ein Brief an Bischof Dr. Gebhard Fürst mit dem Betreff "Pfarrerin für Böblingen – jetzt!"

Thesenanschlag 2.0

Mit dem Thesenanschlag 2.0 an Dom- und Kirchentüren im gesamten Bundesgebiet weist die Reformbewegung Maria 2.0 auf die eklatanten Missstände in der katholischen Kirche hin und untermauert damit ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche.

Angemahnt wird eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern, sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt. Darüber hinaus wird eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität eingefordert sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats.

Am Wochenende vor der virtuellen Vollversammlung der Deutschen Bischöfe (23. – 25.02.2021) wendet sich die Reformbewegung Maria 2.0 mit ihren Forderungen nach Veränderungen in der Kirche erneut an die Öffentlichkeit.

Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt, das wollen auch die Mitstreiter*innen von Maria 2.0.  Aus ihrer Sicht ist es notwendig, dass die Deutsche Bischofskonferenz endlich beginnt, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen, und den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeugt.