Partnerschaft Cabedelo - St.Klemens Creche "Pequeno Principe"

Die Kirchengemeinde St. Klemens in Böblingen hat seit über 25 Jahren eine Partnerschaft mit der Kath. Kirchengemeinde vom Hl. Herzen Jesu in Cabedelo in Brasilien. Durch gegenseitige Besuche versuchen wir, diese Beziehung lebendig zu erhalten und zu vertiefen. Mehrfach war jemand aus St. Klemens in Cabedelo. Aus Cabedelo besuchte uns 2006 anläßlich des Weltjugendtag eine Gruppe Jugendlicher zuammen mit Pater Noberto.
Wir wollen mit Achtsamkeit und Respekt miteinander umgehen, sind bemüht voneinander zu lernen, möchten unseren Glauben und das daraus resultierende Gemeindeleben miteinander teilen. Deshalb feiern wir gemeinsam Ende November das Fest der Heiligen Katharina, der Patronin der Stadt Cabedelo und tauschen uns über die Gestaltung des Gottesdienstes aus.

Wir haben ein gemeinsames Symbol, ein Partnerschaftslied und als ganz konkrete Aufgabe die Unterhaltung eines Kinderhauses.

Der Ort Cabedelo ist eine Hafenstadt im nordosten Brasiliens, in der Nähe von Joao Pessoa und etwa 120 km nördlich von Recife. Entstanden ist die Partnnerschaft durch persönliche Kontakte. 1993 bat uns unsere Partnergemeinde, ihr beim Bau einer Kinderkrippe zu helfen, da sie dies mit eigenen Mitteln nicht vermochte. St. Klemens trug wesentlich dazu bei und auch der Landkreis Böblingen und die Diözese Rottenburg / Stuttgart unterstützte das Projekt. Es entstand das Kinderhaus Kleiner Prinz.Dort werden etwa 50 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren tagsüber beaufsichtigt, verköstigt und angeleitet. Die vielfach jungen Mütter - ein Teil davon sind Prostituierte - sind dringend auf diese Hilfe angewiesen. Zunächst bestand die Erziehung überwiegend aus Beaufsichtigung, die Stadt Cabedelo stellte dazu eine Halbtagskraft zur Verfügung. Die Kinder hatten kaum Lehr- oder Spielmaterial, da die Versorgung mit Lebensmittel stets Priorität hatte. Als diese Erzieherin in den Ruhestand ging und uns Pater Noberto von seinen Personalsorgen berichtete beschlossen wir spontan, unsere Unterstützung für unsere Partnergemeinde auszuweiten. Wir waren der Meinung, dass auch Kinder aus sozialen Randgruppen ihren Fähigkeiten entsprechend gefördert werden sollten. Hierfür ist ein qualifiziertes erzieherisches Konzept und auch Material notwendig. Im Sommer 1997 fand sich eine ausgebildete Erzieherin, die bereit war, mit diesen Kindern und deren Mütter zu arbeiten, was nicht selbstverständlich war. Die entstehenden Kosten für Gehälter, Ernährung der Kinder, pädagogisches Material und Instandhaltung und laufende Kosten des Hauses wurden zu Beginn von den Partnergemeinden gemeinsam getragen. Dieser Start war so erfolgreich, dass die Krippe inzwischen nicht mehr auf Unterstützung der Kirchen angewiesen ist und in die Verantwortung der Kommune übergeben wurde. Die beiden Gemeinden sind weiterhin freundschaftlich miteinander verbunden, was sich auch durch den gemeinsamen Besuch der Jugendlichen aus Cabedelo und Böblingen beim Weltjugendtag im Sommer 2016 in Krakau gezeigt hat.